Adrian Duehl

Die Furche im Fokus

Die USA untersuchen die Rolle der Furche für die Entwicklung von Keimlingen.

Das Ertragspotenzial einer Maispflanze entscheidet sich in den ersten 4 bis 6 Wochen. Doch gerade in dieser Zeit ist die Jungpflanze besonders anfällig für Schädlinge, Krankheiten und andere Umwelteinflüsse. Sobald der Samen seine schützende Hülle verlässt, wirken viele Einflüsse der Natur seinem genetischen Ertragspotenzial entgegen. Während einige Faktoren wie etwa Temperatur, Niederschlag oder Bodenbeschaffenheit nicht beeinflussbar sind, lassen sich andere wie die Bodenfruchtbarkeit, die Abwehr von Krankheiten, Schädlingen und die rechtzeitige Versorgung mit Nährstoffen steuern.

Als die Rohstoffpreise noch hoch waren, wurde sehr viel flüssiger Dünger und Pflanzenschutz in die Furchen eingebracht, doch infolge des zurzeit niedrigen Preisniveaus haben einige Landwirte den Einsatz reduziert, um Kosten zu senken. Die Maschinen für die Furchenbehandlung sind jedoch nach wie vor in den Betrieben vorhanden und der Markt bietet Landwirten viele Lösungen, um die Maispflanzen im frühen Wachstumsstadium zu stärken. Eine Industriepartnerschaft von West Central mit BASF, Nufarm, FMC und DOW hat die LIFT-Gruppe (Leaders of In-Furrow Technology) ins Leben gerufen, die integrierte Lösungen für die Furchenbehandlung anbietet. Dieser Ansatz bietet Landwirten einen großen Vorteil, da er die gesamte Bandbreite an Furchenlösungen zur Verfügung stellt, und der Pflanze eine bestmögliche Startbedingung schafft.

Adrian Duehl
Adrian Duehl
Adrian Duehl,
Produktentwicklungsleiter für Insektizide, Bayer Division Crop Science

Am stärksten nachgefragt in diesem Segment sind zurzeit Düngemittel, die direkt mit der Aussaat ausgebracht werden, sowie Dünger, der mit dem 2x2 Verfahren in die Furche gegeben wird. Bei diesem Verfahren wird der Dünger zwei Zoll über und zwei Zoll unter dem Saatgut eingebracht. Diese Technik verhindert, dass sich der starke Salzgehalt des flüssigen Düngers negativ auf das Keimverhalten auswirkt, selbst wenn er in großen Mengen ausgebracht wird. Düngemittel mit geringem Salzgehalt, die direkt auf die Aussaat aufgebracht werden, werden in geringeren Mengen eingesetzt, um das Saatgut zu schützen. Nach der Düngung folgt in der Furchenbehandlung die Schädlingsbekämpfung. An erster Stelle stehen hier Insektizide, vor allem gegen den Maiswurzelbohrer, gefolgt von Fungiziden. Beide bieten einen über die Beize hinausgehenden Schutz für den Keimling und werden gezielt eingesetzt, wenn der Befallsdruck besonders hoch ist.

Bayer entwickelt Technologien für dieses Marktsegment. Mit Poncho/VOTiVO verfügen wir in den USA bereits über das branchenführende Kombiprodukt zur Saatgutbehandlung und wir möchten das frühe Wachstumsstadium noch weiter stärken, indem wir ein weiteres biologisches Pflanzenschutzmittel Serenade hinzufügen. Da wir dieses Konzept im Freiland entwickelt haben, haben wir dafür gesorgt, dass der Mikroorganismus Bacillus firmus des Beizmittels VOTiVO biologisch verträglich mit dem Bacillus subtilis von Serenade ist, das als Fungizid gespritzt wird, und die beiden einen komplementären Ertragseffekt haben. Wenn man sich überlegt, zwei lebende Organismen gleichzeitig einzusetzen, ist es wichtig, vorher zu prüfen, ob beide zusammen einen zusätzlichen Nutzen bringen. Anders als bei einem chemischen Wirkstoff besiedeln diese Mikroorganismen die Wurzeln der Pflanze und bieten viele Vorteile. Sie schützen z. B. vor Schäden durch Nematoden, helfen bei der Nährstoffausnutzung und beugen Krankheiten vor. Behalten Sie die Furchenbehandlung gut im Blick, sie ist wichtig, um das genetische Potential des Keimlings in seiner Umgebung zu schützen.

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Von Sonnenblumen und Bohnenfeldern