Bernd Naaf

Bessere Existenzen für Kleinbauern

Auf der 82. Internationalen Grünen Woche in Berlin haben sich Wirtschaftsvertreter und Politiker aus aller Welt getroffen, um über eine der schwierigsten Fragen unserer Zeit zu diskutieren: Wie kann die Privatwirtschaft die Bauern in Afrika künftig am besten unterstützen? Genau diese Frage trifft den Kern der Mission von Bayer: Science For A Better Life.

Es mangelt sicherlich nicht an landwirtschaftlichen Konferenzen auf der Welt. Doch was den AGCO Africa Summit in Berlin so besonders macht, ist seine Sichtweise, dass die Wirtschaft – zusammen mit der internationalen Entwicklungsagenda – den Schlüssel zu einem nachhaltigen landwirtschaftlichen Wachstum in ihren Händen hält.

Dieser Ansicht können wir bei Bayer nur voll und ganz zustimmen. Es ist uns tatsächlich nicht möglich, irgendeinen Aspekt der modernen Landwirtschaft zu betrachten, ohne die Rolle der Kleinbauern zu berücksichtigen.

Über 80 Prozent der Nahrungsversorgung von Familien in den Entwicklungsländern stammt von Betrieben, die nicht mehr als 2 Hektar groß sind. Weltweit gibt es über 500 Millionen Kleinbauern. Sie stellen die überwiegende Mehrheit des gesamten Agrarsektors dar, vor allem in Subsahara-Afrika. Doch aufgrund einer ganzen Reihe von Herausforderungen beträgt die Produktivität dieser Kleinbauern im Schnitt nur 20 Prozent der Produktivität anderer Landwirte in der restlichen Welt.

Bernd Naaf
Bernd Naaf
Bernd Naaf,
Leiter Business Affairs & Communications, Crop Science Division, Bayer

Kleinbauern sind bisweilen in einem Teufelskreis gefangen: Weil ihre Betriebe so klein sind, haben sie nicht den nötigen Zugang zu Kapital oder neuen Technologien, um ihre Erträge zu steigern und so ihre Lebensumstände zu verbessern. Als Industrieunternehmen ist es unsere Pflicht, nach innovativen Geschäftsmodellen und -lösungen zu suchen, die diesen Teufelskreis durchbrechen und kleinen Landwirten zu mehr Wachstum und Erfolg verhelfen können.

Die Zukunft der Landwirtschaft – und damit die Zukunft von Milliarden von Menschen in aller Welt – hängt davon ab.

Deshalb ist Bayer – ganz im Sinne des Grundgedankens von Foren wie dem AGCO Africa Summit – stetig bemüht, innovative Lösungen zu entwickeln, die die Lebensbedingungen der Kleinbauern verbessern. Zu diesem Zweck haben wir eine Reihe von Programmen ins Leben gerufen, die den Kleinbauern einen besseren Zugang zu Technologien, Know-how und Märkten verschaffen sollen.

So haben wir beispielsweise im letzten Jahr gemeinsam mit Landwirten in Kenia ein situationsgerechtes Geschäftsmodell entwickelt, das auf lokale Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette aufbaut, um darüber die Kartoffelernte im Februar 2017 zu erhöhen. Wir werden das Ergebnis dieses Pilotprojekts genau verfolgen und auswerten und das Modell anschließend weiter anpassen und auf Betriebe in anderen Regionen Kenias und darüber hinaus ausweiten.

In Äthiopien leisten wir Pionierarbeit, indem wir mithilfe öffentlich-privater Partnerschaften Verbesserungen anstreben. Mit unserem Projekt „Bridging the Seed Gap“ helfen wir Kleinbauern, an Saatgut für qualitativ hochwertige Gemüsesorten zu gelangen, und zwar im Rahmen eines langfristigen Technologietransfers, der von unserer gemeinnützigen Partnerorganisation Fair Planet auf den Weg gebracht wurde. Das Projekt verschafft den Landwirten nicht nur einen besseren Zugang zu neuen Saatgutsorten, die ihren besonderen Bedürfnissen gerecht werden, sondern vermittelt ihnen auch, wie sie das Saatgut am besten mit minimalen Änderungen ihrer herkömmlichen Anbaumethoden einsetzen.

Bayer gehört zudem der Farm to Market Alliance an, die vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde und langfristige Beziehungen zwischen Kleinbauern und Einkäufern in den Entwicklungsländern aufbauen soll. Das Welternährungsprogramm hat den Auftrag, für rund 10 % seines Jahresbudgets Nahrungsmittel direkt bei Kleinbauern zu beziehen, während die Partner aus der Allianz den Bauern mit einem besseren Zugang zu den Märkten, zu hochwertigen Produktionsmitteln, finanziellen Mitteln und Know-how helfen sollen, ihre Erträge und ihr Einkommen zu erhöhen.

Diese drei unterschiedlichen Ansätze liefern den besten Beweis, dass es möglich ist, den Teufelskreis zu durchbrechen, in dem Kleinbauern in den Entwicklungsländern gefangen sind. Man kann sehen, wie Bildung, Know-how und Zugang zu neuen Sorten die Aussichten der Bauern auf höhere Ernteerträge und Einnahmen verbessern. Und man kann sehen, dass die bessere Einkommenssituation der Betriebe wiederum die Lebensqualität für die Bauern und ihre Familien erhöht.

Diese Initiativen sind kleine, aber wichtige Schritte auf einer langen Reise, die uns inspiriert und begeistert und uns zu der festen Überzeugung gebracht hat, dass solche Lösungen unglaublich hilfreich sind, um das Potenzial der Kleinbauern in aller Welt zu stärken.

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Von Sonnenblumen und Bohnenfeldern