Frauen in der Forschung – Catherine Feuillet

Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft – Bayer betont die Bedeutung der Vielfalt

Schauen Sie sich irgendeine wichtige wissenschaftliche Arbeit an und Sie erkennen sofort, dass große Leistungen selten von einer einzelnen Person erreicht wurden. Was mich seit meinem Einstieg in die Forschung vor über 20 Jahren antreibt, ist die Zusammenarbeit in der Gruppe und die Bewältigung komplexer wissenschaftlicher Herausforderungen, durch die sich letzten Endes das Leben der Menschen verbessert.

Um die großen Herausforderungen in der landwirtschaftlichen Forschung und Entwicklung meistern zu können, müssen wir die Vielfalt in unseren Teams weiter vorantreiben und ein integratives Arbeitsumfeld für große Denker schaffen. Am 11. Februar haben wir den Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft gefeiert. Dieser Tag ist eine einzigartige Gelegenheit, sich daran zu erinnern, dass die Geschlechtervielfalt etwas Großartiges ist und wir allen Frauen den Weg für eine berufliche Laufbahn in der Wissenschaft ebnen sollten. Es ist kein Geheimnis, dass wissenschaftliche Innovation und Kreativität in einem vielfältigen, kooperativ geprägten Umfeld besonders gut gedeihen. Wenn wir wirklich die beste F&E-Organisation sein wollen, müssen wir ein solches Arbeitsumfeld schaffen.

Catherine Feuillet
Catherine Feuillet
Catherine Feuillet,
Leiterin Trait Research, Bayer Division Crop Science
Rachel Rama, Carole Langrand-Lerche, Martina Preu, Catherine Feuillet, Birgit Krauskopf auf der Bayer Global Leadership Conference
Rachel Rama, Carole Langrand-Lerche, Martina Preu, Catherine Feuillet, Birgit Krauskopf auf der Bayer Global Leadership Conference
Rachel Rama, Carole Langrand-Lerche, Martina Preu, Catherine Feuillet, Birgit Krauskopf auf der Bayer Global Leadership Conference

Gedankliche Vielfalt lässt sich nicht an einem Geschlecht oder einer Rasse festmachen. Wir alle bringen eine einzigartige Persönlichkeit, Herkunft und Erfahrung mit. Oft schreiben wir Führungskräften die Persönlichkeitsmerkmale X, Y oder Z zu oder sind fest davon überzeugt, von Anfang an gewusst zu haben, dass wir letzten Endes da landen, wo wir jetzt sind. Man muss sich nur meinen beruflichen Werdegang in die Führungsetage von Bayer ansehen. Anfangs wollte ich Tierärztin in Afrika werden, weil ich mir so gerne „Daktari“ angesehen habe (wenn Sie dafür zu jung sind, googeln Sie es mal…). Ich habe mich außerdem viel mehr für meine Handballkarriere als für mein Studium interessiert – bis ich zum ersten Mal ein Forschungslabor betrat … eigentlich durch Zufall, weil ich vergessen hatte, mich rechtzeitig für das Master-Studium einzuschreiben, sodass sich mir die Chance bot, stattdessen ein einjähriges Praktikum zu absolvieren. Natürlich habe ich mich nie als Führungskraft gesehen, schon gar nicht bei Bayer.

Man hat mich ermutigt, mich in Seminaren bei Bayer genauer mit dem Thema Führung zu beschäftigen. Damals habe ich erkannt, dass ich schon mit vier Jahren angefangen habe, Teams zu leiten – angefangen bei den Kindern in meiner Nachbarschaft, meinen Klassenkameraden, meinen Handballteams über Forschungsteams an der Universität bis hin zu meiner derzeitigen Position in der Trait-Forschung. Was habe ich gelernt? In einem StrengthsFinder-Test habe ich erkannt, dass Empathie zu meinen fünft größten Stärken zählt. Eine Eigenschaft, die ich bis dahin als Schwäche gewertet hatte. Bin ich sehr emotionaler? Ja, höchstwahrscheinlich. Aber ich habe erkannt, dass das nichts Schlechtes ist. Es hilft mir, die Sicht der anderen genau zu verstehen. In der Mitarbeiterführung geht es darum, zu lernen und zu akzeptieren, wer man wirklich ist, und seine individuellen Eigenschaften zu nutzen, um damit einen Wertbeitrag zu leisten. Seien Sie stolz auf das, was Sie zum Wohle aller einbringen und zur Vielfalt beisteuern.

Ich habe bei mir selbst und bei anderen Frauen festgestellt, dass wir nicht immer unser ureigenes Potenzial erkennen oder uns für höhere Posten qualifiziert fühlen. Als mich damals ein Headhunter wegen der Stelle als Leiterin der Trait-Forschung bei Bayer anrief, nahm ich an, er wolle sich bei mir nur nach qualifizierten Kandidaten erkundigen. Ich dachte nicht eine Sekunde daran, dass ich eine qualifizierte Kandidatin für die Stelle sein könnte. Ich bin sehr froh, dass er darauf bestand, mit mir über dieses Thema zu sprechen, weil dieses Gespräch ein Wendepunkt in meiner Karriere war.

Solange ich arbeite, habe ich stets an meiner Fähigkeit gezweifelt, eine Führungsrolle oder Verantwortung außerhalb meiner Komfortzone zu übernehmen. Geholfen, diese Angst zu überwinden, haben mir schließlich meine Neugier, meine Begeisterungsfähigkeit, die Anziehungskraft, die gewaltige Herausforderungen auf mich ausüben, und die große Freude, die mir die Zusammenarbeit im Team bereitet. Dadurch boten sich mir einzigartige Chancen wie zum Beispiel die Leitung des Internationalen Weizengenom-Sequenzierungskonsortiums, der Wechsel von der wissenschaftlichen Welt in ein Unternehmen und das Privileg, faszinierende Personen kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten.

Wenn ich mich an den Anruf des Headhunters zurückerinnere, frage ich mich, warum ich mir nicht zugetraut habe, mich in einer solchen Position zu sehen. Andererseits bin ich auch stolz darauf, dass ich zuallererst an andere, darunter hoch qualifizierte Frauen, gedacht habe. Unsere Aufgabe als Führungskraft ist es nicht nur, die Vielfalt zu würdigen und zu fördern, sondern auch diese tagtäglich mit Leben zu füllen. Genauso wie es zwei Mentorinnen bei mir gemacht haben. So wie es mir Freude macht, Gruppen zusammenzubringen, um gemeinsam Aufgaben zu bewältigen, so sehr bemühe ich mich auch darum, anderen als Mentorin zur Seite zu stehen. Nichts freut mich mehr, als zu sehen, wenn andere um mich herum beginnen an ihr Potenzial zu glauben und ihre Flügel auszubreiten. Am Ende ist es nicht die gläserne Decke, die Frauen und Mädchen abhält, sondern es sind die eigenen Grenzen im Kopf.

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