Klaus Kirsch

Schritt für Schritt mit Innovation
für nachhaltige Landwirtschaft

Es unbestreitbar, dass die Landwirtschaft auf Innovationen angewiesen ist. Sie führen häufig zu revolutionären Technologien und Handlungsweisen. Wandlungen der Landwirtschaft gehen allerdings nicht selten auch mit kleineren Veränderungen einher. In meinen Augen sind es einige dieser kleineren innovativen Maßnahmen, die die moderne Agrarwirtschaft ausmachen – insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit.

In der Geschichte der Landwirtschaft hat es immer wieder Innovationen gegeben. Von der Fruchtfolge über Terrassenkulturen bis hin zur Erfindung diverser Landmaschinen und integrierter Pflanzenlösungen haben große und kleine Innovationen die Landwirtschaft zu dem gemacht, was sie heute ist.

In der Entwicklungsgeschichte der modernen Agrarwirtschaft kommen drei wichtige Trends in den Sinn: die „grüne Revolution“, die zwischen den 1930ern und den späten 1960ern stattfand, Fortschritte in Zucht und Biotechnologie in den späten 1990ern sowie die aktuelle Entwicklung in Bezug auf „grüne Daten“.

Neben diesen umfassenderen Trends ergibt sich Innovation häufig durch die Kombination vieler kleiner Maßnahmen. Darunter fallen beispielsweise effizientere und präzisere Maschinen, intelligentere Bewässerungssysteme, ständige Weiterentwicklung von Sorten oder die Zusammenführung von Datensequenzen und Technologien als Handwerkszeug bei Entscheidungen des Pflanzenschutzes.

Wenn ich mich den heutigen Innovationen zuwende, sehe ich große Fortschritte im Bereich der nachhaltigen Agrarwirtschaft. Doch wie so häufig, braucht es für die Akzeptanz innovativer Technologien führende Vordenker, die den Erfolg des Einsatzes neuer Techniken und Instrumente demonstrieren. Genau das geschieht auf unseren Bayer ForwardFarms. Dort werden die besten modernen landwirtschaftlichen Vorgehensweisen kombiniert, damit die Betriebe auch in ferner Zukunft noch produktiv sind. In den am ForwardFarming-Programm von Bayer teilnehmenden Betrieben werden Lösungen nachhaltiger Landwirtschaft praktisch angewendet. Wichtige Elemente sind hierbei aus hochwertigem Saatgut hergestellte integrierte Pflanzenlösungen, chemische und biologische Pflanzenschutzprodukte, maßgeschneiderte Dienstleistungen, Produktbetreuung und Partnerschaften.

Klaus Kirsch
Klaus Kirsch
Dr. Klaus Kirsch,
Global Manager, Bayer ForwardFarming

Es gibt diverse Beispiele innovativer Praxis, die – eingebettet in die täglichen Betriebsabläufe – zur Nachhaltigkeit und Effizienz landwirtschaftlicher Betriebe beitragen.

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Ein solches Beispiel für Innovationen auf ForwardFarms ist Bay+ Movida®, ein Entscheidungshelfer speziell für französische Weinanbaugebiete. Mit örtlichen Wetterstationen verbunden erzeugt das System Modelle zu Krankheitsentwicklung, Pflanzenwachstum und Behandlungsmanagement. So liefert Bay+ Movida® dem Winzer maßgeschneiderte Empfehlungen zur wirksamen Bekämpfung von Krankheiten mit geringstmöglichen Folgen für die Umwelt.

Neben innovativen Pflanzenschutzlösungen spielen moderne Produktbetreuungsmaßnahmen eine wichtige Rolle in der nachhaltigen Agrarwirtschaft. Eines meiner Lieblingsbeispiele in diesem Kontext ist Phytobac® – ein biologisches Abwasser-Behandlungssystem. Dieses System sammelt bei der Reinigung des Sprühgeräts entstehendes Schmutzwasser in einem Tank und verteilt es anschließend über einem Substrat aus Mutterboden und Stroh. Die in dem Substrat natürlich vorkommenden Mikroorganismen bauen potenzielle Rückstände im Abwasser biologisch ab, wodurch sauberes Wasser verdunstet. Was für eine geniale Lösung!

Es gibt zudem weitere, simple Maßnahmen, die die Pflanzenproduktivität verbessern und dabei natürliche Ressourcen schonen können. So dienen kleine Dämme zwischen aufgehäufelten Kartoffelpflanzen – sogenannte Cross-Borders – als Erosionsbarrieren, die Wasser zurückhalten und damit die Erosion wertvollen Ackerbodens verhindern. Aufgrund des so entstehenden Plus an Wasser und Nährstoffen lassen sich durch diese kleinen Dämme auch die Erträge deutlich steigern. Innovative Ideen wie diese faszinieren mich mit ihrer Praxisnähe und Ausgereiftheit. Das Engagement der Landwirte und die innovativen Ansätze, mithilfe derer sie einen nachhaltigen und umweltbewussten landwirtschaftlichen Betrieb leiten, beeindrucken mich immer wieder.

Um jedoch das volle Potenzial nachhaltiger Landwirtschaft ausschöpfen zu können, braucht es die Zusammenarbeit von allen Beteiligten entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Daher setzt Bayer ForwardFarming auf starke Partnerschaften für einen vermehrten Austausch agrarwirtschaftlicher Kenntnisse und als Kontaktplattform für Landwirte und Stakeholder – wie die Kooperation von Bayer mit der Universität Gent in den Bereichen Artenvielfalt im Boden und Präzisionsackerbau.

Für mich ist es klar, dass landwirtschaftliche Innovationen über außerordentliche wissenschaftliche Erkenntnisse hinausgehen und auch auf den Schnittmengen diverser technischer Disziplinen sowie auf einer gemeinsamen Umsetzung beruhen.

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