Mike Stebbins

Die Bekämpfung globaler Wasserprobleme

Der Weltwassertag wird jährlich am 22. März begangen und ist der Bewältigung globaler Herausforderungen gewidmet – seien es der Zugang zu sauberem Trinkwasser, Dürren oder der steigende Meeresspiegel. Anlässlich des Weltwassertages wollen wir über die vielfältigen Möglichkeiten berichten, wie wir durch GVOs mit weniger Ressourcen mehr erreichen können.

Wasser ist bei der Herstellung von Nahrungsmitteln, Fasern und Brennstoffen unverzichtbar und der Wasserschutz für eine nachhaltige Landwirtschaft unabdingbar. Einhergehend mit der Klimaveränderung und immer mehr schweren Dürren stellt die Wasserversorgung weiterhin eine große Herausforderung dar, der sich Gemeinden auf der ganzen Welt mit Priorität widmen müssen. Der UN zufolge werden 2025 1,8 Milliarden Menschen in Ländern oder Regionen mit Wassermangel leben, und zwei Drittel der Weltbevölkerung könnte unter Wasserknappheit leiden, das heißt, es gibt nicht genug Wasser für alles und alle: Landwirtschaft, Industrie und Privathaushalte.

Da wir es mit einer Vielzahl an großen ökologischen Herausforderungen zu tun haben, müssen vor allem Lösungen für mehr Nachhaltigkeit gefunden werden. Hierbei erwiesen sich GVOs als wirksamer Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels und insbesondere zur Behebung von Wasserproblemen. Fortschritte in der Biotechnologie wie beispielsweise trockenheitstolerante, gentechnisch veränderte (GV) Pflanzen helfen Landwirten dabei, weniger Wasser zu verbrauchen, da der Bewässerungsbedarf sinkt.

Bauern bekommen die Folgen des Klimawandels vor allem dadurch zu spüren, dass das Wetter unberechenbarer geworden ist und es häufiger zu Wetterextremen kommt. Der Klimawandel hat erhebliche Auswirkungen auf die globalen Wasserprobleme, lässt die Temperaturen steigen und sorgt in vielen Regionen für klimatische Verhältnisse, durch die sich Krankheiten und Schädlinge immer weiter ausbreiten. Dürren, verheerende Stürme und extreme Hitze wiederum lassen bereits Ernteerträge schrumpfen und werden mit steigender Durchschnittstemperatur auf unserem Planeten immer häufiger auftreten.

Mike Stebbins
Mike Stebbins
Mike Stebbins,
Leiter External Engagement beim Council for Biotechnology Information (CBI)

Aktuelle Forschungsergebnisse der NASA zeigen, dass die Auswirkungen des Klimawandels bereits heute zutage treten. Sie prognostizieren, dass diese Veränderungen sowie die globale Erwärmung zu häufigeren und schwerwiegenderen Dürren, Hitzewellen, Überschwemmungen, Wirbelstürme und weiteren Unwetterereignissen führen werden, die wiederum gravierende Folgen für Nahrungsmittelversorgung und Menschen mit sich bringen.

GVOs können die Folgen einer Dürre für Pflanzen verringern und sorgen zugleich für sauberere Gewässer. So haben Studien gezeigt, dass trockenheitstoleranter, gentechnisch veränderter Mais die Transpiration unter Stressbedingungen um 17,5 Prozent verringert und ein besseres Wasserspeichervermögen aufweist, sodass die Pflanze Trockenperioden ohne zusätzliche Bewässerung überstehen kann. Weiterhin können 6.400 Gewässer, die von Bodenerosion betroffen sind, von der Anwendung des Direktsaatverfahrens mit herbizidtoleranten Kulturen und ähnlichen Technologien profitieren.

GV-Pflanzen können die Nahrungsmittelversorgung sichern, indem Pflanzensorten toleranter gegenüber sich verändernden Wetterbedingungen und Trockenheit sowie weniger anfällig für Schädlinge gemacht werden. Zudem kann man das Unkraut im Umfeld der Pflanzen so leichter im Zaum halten.

GMO answers Logo
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Die Infografik „Water Preservation“ (Wasserschutz) von GMO Answers veranschaulicht, wie Landwirte durch GVOs mit weniger Ressourcen mehr erreichen, Wasser sparen und Pflanzen mit höherer Trockenheitstoleranz anbauen können.
Die Infografik „Water Preservation“ (Wasserschutz) von GMO Answers veranschaulicht, wie Landwirte durch GVOs mit weniger Ressourcen mehr erreichen, Wasser sparen und Pflanzen mit höherer Trockenheitstoleranz anbauen können.
Die Infografik „Water Preservation“ (Wasserschutz) von GMO Answers veranschaulicht, wie Landwirte durch GVOs mit weniger Ressourcen mehr erreichen, Wasser sparen und Pflanzen mit höherer Trockenheitstoleranz anbauen können.

Angesichts einer Weltbevölkerung, die bis 2050 voraussichtlich auf mehr als 9 Milliarden Menschen anwächst, wird immer händeringender nach Lösungen für die Wasser- und Ernährungsproblematik gesucht. Dank der Grünen Revolution konnte die Nahrungsmittelerzeugung in den letzten 50 Jahren kräftig erhöht werden. In einigen Regionen allerdings – wie zum Beispiel in Teilen Afrikas – legte die landwirtschaftliche Erzeugung nicht so stark zu. Um dieses Produktivitätsgefälle zu schließen, entwickelt die öffentlich-private Partnerschaft Water Efficient Maize for Africa eine gentechnisch veränderte Maissorte, die tolerant gegen Trockenheit und resistent gegen Insekten ist. Hiervon sollen vor allem Kleinbauern in Subsahara-Afrika profitieren.

Menschen satt zu kriegen und zugleich die Felder umweltverträglich zu bewirtschaften stellt für Landwirte auf der ganzen Welt eine Gratwanderung dar. Ein effizienter und gut durchdachter Umgang mit Wasser ist die Grundlage dafür, dass Landwirte diese anspruchsvolle zweifache Aufgabe erfolgreich lösen können. Und so sind GV-Kulturen dank ihrer Effektivität mittlerweile zu einem unverzichtbaren Werkzeug in der Agrarwirtschaft geworden.

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Von Sonnenblumen und Bohnenfeldern