Ronald Guendel

Ein Acker-Pass für mehr Transparenz

Die Wertschöpfungskette wird immer komplexer und die Notwendigkeit der Rückverfolgbarkeit dadurch immer dringender. Mit der Entwicklung des Field Passworts macht Bayer Food Chain Partnerschaft die Produktion transparenter und fördert gleichzeitig gute landwirtschaftliche Praktiken.

In einem Restaurant sitzen, etwas Gutes essen und sich bedienen zu lassen ist zweifellos sehr angenehm. Aber auch öffentliche Kochveranstaltungen werden immer beliebter. Das liegt daran, dass man nicht nur gut essen möchte, sondern auch zuschauen möchte, wie das Essen zubereitet wird. Gleiches gilt auch für die Wertschöpfungskette. Die Menschen möchten verstehen, woher die frischen Produkte kommen und wo sie angebaut werden.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Beschaffungs- und Distributionsprozesse für frische Nahrungsmittel komplexer geworden sind, wird der Ruf nach mehr Transparenz in der Wertschöpfungskette immer lauter. Bayer möchte die Rückverfolgbarkeit vom Acker bis zum Teller weiter verbessern. Und genau das, ist auch ein Hauptanliegen unserer Food Chain Partnership Initiative – wir wollen den Landwirten, vor allem den kleineren Betrieben, helfen ihre Produktionsmethoden transparenter zu machen und sie bei der Einführung guter landwirtschaftlicher Praxis unterstützen.

Ein Pass mit Ratgeberfunktion

Vor sieben Jahren haben wir den Bayer Field Passport entwickelt. Hierbei handelt es sich um ein einfaches Papierdokument, das dem normalen Reisepass ähnelt. In einem kleinen Heft können Landwirte ihren gesamten Anbauprozess dokumentieren, zum Beispiel welche Kulturen sie anbauen, wann sie mit der Aussaat begonnen haben, die Anzahl und Dosierung von Anwendungen und letzten Endes den Ertrag. Diese Art von Daten ist für die verarbeitenden Betriebe und den Handel und natürlich auch für den Endverbraucher von großem Nutzen, denn so wissen sie ganz genau, woher die Nahrungsmittel stammen und wie sie produziert wurden.

Die Dokumentation mithilfe des „Acker-Passes“ bietet den Landwirten aber noch weitere Vorteile. Er gibt Empfehlungen für eine gute landwirtschaftliche Praxis, z. B. Informationen zum sicheren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Hinweise, mit welchen Produkten sich bestimmte Krankheiten am besten behandeln lassen. Die Produktionsmethoden transparenter zu machen, ist außerdem ein wichtiger Schritt zur Zertifizierung, die – wie ich in meinem letzten Blog bereits erklärt habe – eine wichtige Voraussetzung für den Einstieg in neue Märkte ist.

Wir haben gezeigt, wie gut dieses einfache Hilfsmittel funktioniert und wie sehr es den Landwirten in Indien, Malaysia und China hilft. In Indien haben wir mit 8.500 Kleinbetrieben – Gemüse-, Obst- und Reisbauern – zusammengearbeitet und ihnen erfolgreich Methoden der guten landwirtschaftlichen Praxis vermittelt.

Ronald Guendel
Ronald Guendel
Ronald Guendel,
Globaler Leiter Food Chain Relations der Bayer Division Crop Science
In Indien haben wir 8.500 Kleinbauern geholfen, gute landwirtschaftliche Praktiken zu entwickeln und ihre Produktionsprozesse transparenter zu gestalten.
In Indien haben wir 8.500 Kleinbauern geholfen, gute landwirtschaftliche Praktiken zu entwickeln und ihre Produktionsprozesse transparenter zu gestalten.
In Indien haben wir 8.500 Kleinbauern geholfen, gute landwirtschaftliche Praktiken zu entwickeln und ihre Produktionsprozesse transparenter zu gestalten.

Mit der Digitalisierung in der Landwirtschaft Schritt halten

In Anbetracht neuer technischer Entwicklungen haben wir beschlossen, noch einen Schritt weiterzugehen. Wir entwickeln eine App, die es Landwirten und Händlern ermöglicht, ihre Produkte besser im Blick zu behalten. Die Wertschöpfungskette wird dadurch noch transparenter werden. Zurzeit testen wir den digitalen Acker-Pass (Digital Field Passport) in Griechenland und Indien und werden ihn demnächst auch Kleinbauern in anderen Ländern zur Verfügung stellen.

Es macht mich sehr stolz, dass wir die Transparenz in der Wertschöpfungskette mit so einfachen Mitteln verbessern können. Alle – das heißt Landwirte, Verarbeiter, Händler, Distributoren und letzten Endes der Endverbraucher – werden von der besseren Transparenz und Rückverfolgbarkeit profitieren, weil es sich hierbei um grundlegende Voraussetzungen für unbedenkliche und nachhaltig produzierte Nahrungsmittel handelt.

Hier erfahren Sie mehr zur Food Chain Partnership.

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