Ronald Guendel

Partnerschaften in der Landwirtschaft sind wichtiger denn je

Auf nachhaltig angebaute Lebensmittel zu setzen stellt für viele Lieferanten, Einzelhändler und Verarbeitungsbetriebe ein wichtiges Ziel dar – ein gemeinsames Vorhaben, durch das die Akteure der Nahrungsmittelkette weltweit näher zusammengerückt sind.

In den letzten sieben bis acht Jahren habe ich an der Food-Chain-Partnership-Initiative von Bayer mitgewirkt. Zudem habe ich im Laufe meines Berufslebens bereits in verschiedenen Bereichen entlang der Wertschöpfungskette der Lebensmittelerzeugung gearbeitet. Und die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus meiner langjährigen Berufserfahrung ist, dass man zuverlässige Partner braucht, wenn man langfristig erfolgreich sein will.

Dabei bildet diese Wertschöpfungskette keine Ausnahme. Ab den späten 90er-Jahren kündigten immer mehr Unternehmen an, dass sie nur Kulturpflanzen von Bauern kaufen wollten, die in der Erzeugung auf gute landwirtschaftliche Praxis setzten. Und sie brachten sich stärker in die Produktionssysteme ihrer Lieferanten ein. So wurde entlang der gesamten Nahrungsmittelkette immer enger zusammen gearbeitet – da gewannen Partnerschaften sogar noch mehr an Bedeutung.

Ronald Guendel
Ronald Guendel
Ronald Guendel,
Globaler Leiter Food Chain Relations der Bayer Division Crop Science

Erzeuger von Tafeltrauben in Indien unterstützen

Ein gutes Beispiel für ein Projekt, dessen Erfolg auf Zusammenarbeit entlang der Lebensmittelkette beruht, ist das Folgende: 2010 ging der Export von Tafeltrauben aus Indien aufgrund strenger Bestimmungen für Rückstände stark zurück. Gemeinsam mit Greenyard, einem weltweit tätigen Obst- und Gemüselieferanten, förderten wir den nachhaltigen Anbau von hochwertigen Trauben in Indien. Dabei konnten wir das Vertrauen aller Beteiligten stärken und die 109 teilnehmenden Erzeuger von unserem Ansatz überzeugen, indem wir ihren Anforderungen und Bedürfnissen Gehör schenkten und so dafür sorgten, dass alle von dem Projekt profitierten. Wir entwickelten ein maßgeschneidertes Pflanzenschutzprogramm für die Tafeltrauben und halfen den Erzeugern vor Ort dabei, Verfahren der guten landwirtschaftlichen Praxis sowie nachhaltige Schädlingsbekämpfung einzuführen. Dadurch konnten die durchschnittlichen Exporterträge um 15 bis 20 Prozent gesteigert werden, und Greenyard kann seitdem Trauben liefern, die den Anforderungen der Einzelhändler entsprechen.

Dies ist nur eine der Erfolgsgeschichten von den 240 Projekten, an denen sich Bayer als geschätzter Partner beteiligt hat. Ähnlich wie Greenyard verfügen viele Unternehmen entlang der Nahrungsmittelkette nicht über Mitarbeiter vor Ort, die auf den Feldern überprüfen, ob die Pflanzen auch wirklich nachhaltig angebaut werden. Außerdem fehlen ihnen meistens die Mittel, um Landwirte zu schulen und sie bei der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen zu unterstützen. Bayer hat diesen Bedarf erkannt und 2005 die Food-Chain-Partnership-Initiative gegründet – mit dem Ziel, Methoden guter landwirtschaftlicher Praxis umzusetzen, damit Anforderungen von Kunden an die Qualität, Sicherheit und Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln erfüllt werden können. Seit über zehn Jahren sind wir nun ein zuverlässiger Partner für sämtliche Stakeholder entlang der Wertschöpfungskette: Erzeuger, Exporteure, Importeure, Verarbeitungsbetriebe sowie Einzelhändler und zu guter Letzt Kunden haben allesamt von diesen Projekten profitiert.

Ronald Guendel - Partnerschaften in der Landwirtschaft sind wichtiger denn je
Ronald Guendel - Partnerschaften in der Landwirtschaft sind wichtiger denn je
Die Bayer Food Chain Partnership unterstützt Anbauer und Partner entlang der Wertschöpfungskette weltweit bei der Verbesserung ihrer Erzeugnisse und Umsetzung optimaler Produktionsverfahren.

Warum uns unsere Partner schätzen

Unsere Herangehensweise an Projekte entspricht keiner vorgefertigten Musterlösung, und gerade darin liegt unsere Stärke. Wir möchten eine maßgeschneiderte Beratung anbieten, indem wir genau hinhören, wo die Bedürfnisse unserer Kunden liegen. Zunächst sprechen wir mit Lieferanten, Einzelhändlern und Verarbeitungsbetrieben darüber, was genau ihre Anforderungen an das Obst und Gemüse sind. Als global agierendes Unternehmen mit erfahrenen Mitarbeitern auf der ganzen Welt können wir dieses Wissen anschließend weitergeben und Erzeuger in Anwendersicherheit sowie guter landwirtschaftlicher Praxis schulen. So ist es wohl in erster Linie diese Mischung – unsere globale Koordination gepaart mit Unterstützung vor Ort –, die unsere Partner am meisten schätzen.

Zukünftig wollen wir mit mehr Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeiten und neue Partnerschaften schließen, damit wir verstärkt sozial und ökologisch verträgliche Anbaumethoden fördern können. Wir müssen uns jedoch vor allem um Projekte kümmern, die Kleinbauern weltweit dabei helfen, eine Zertifizierung zu erhalten – und damit die Akteure der Wertschöpfungskette noch näher zusammenbringen.


Mehr zur Food Chain Partnership erfahren Sie hier.

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Von Sonnenblumen und Bohnenfeldern