Experten für die Schädlingsbekämpfung
Experten für die Schädlingsbekämpfung

Razzia gegen
Raupen
Razzia gegen
Raupen

Helicoverpa, auch ,Baumwoll-Kapseleule’ genannt, ist eine der polyphagsten und weit verbreitetsten Raupenarten.
Helicoverpa, auch ,Baumwoll-Kapseleule’ genannt, ist eine der polyphagsten und weit verbreitetsten Raupenarten.
Raupen bedrohen die Ernten. Eine neue Bayer-Initiative hilft brasilianischen Landwirten bei der Abwehr der Schädlinge. Das Programm umfasst viele Bereiche – von Monitoring und Schulungen bis hin zur landesweit vernetzten Datenbank.

Sie sind kaum daumengroß, doch ihr Appetit ist enorm: Die Raupen der Baumwoll-Kapseleule suchen seit Jahren die Felder von Afrika bis Asien heim. Auf dem amerikanischen Kontinent war der Nachtfalter mit dem lateinischen Namen Helicoverpa armigera bislang nicht verbreitet. „2012 tauchten die ersten Berichte auf, dass eine neue Raupenart in den Sojafeldern des Bundesstaats Bahia im Nordosten Brasiliens gesichtet wurde“, erinnert sich Joaquim Mariano Costa, einer der Koordinatoren der COAMO-Kooperative. Und im darauffolgenden Jahr bestätigte das Forschungsinstitut des brasilianischen Ministeriums für Landwirtschaft und Tierhaltung (EMBRAPA), dass der Schädling in das Land eingedrungen war. Seitdem verursachte die winzige Raupe auf brasilianischen Feldern Ertragsverluste in Milliardenhöhe – und bedroht auch Baumwolle und Mais. „Angesichts dieser Entwicklung wird eine integrierte Schädlingsbekämpfung immer wichtiger“, erklärt Costa, der für Mitglieder der COAMO jährlich Workshops auf dem Feld organisiert. Dort lernen sie, die Raupenschädlinge besser zu erkennen und zu bekämpfen. Und jetzt können er und seine Kollegen auch auf Lösungen aus dem Projekt Bayer Contra Lagartas (Bayer gegen Raupen) zurückgreifen.

Zahlreiche Schädlinge bedrohen Sojafelder – wie dieses im Süden Brasiliens.
Zahlreiche Schädlinge bedrohen Sojafelder – wie dieses im Süden Brasiliens.
Zahlreiche Schädlinge bedrohen Sojafelder – wie dieses im Süden Brasiliens.

Kontrolle für eine erfolgreiche Ernte 

Dabei werden unter anderem Mottenfallen zur Schädlingskontrolle eingesetzt. So lassen sich das Ausmaß des Befalls bestimmen und Hinweise gewinnen, ob sich die Raupenpopulation schlagartig vermehren könnte. „Denn die Anzahl der Eier in einem bestimmten Gebiet hängt zum großen Teil davon ab, wie viele erwachsene Tiere dort leben. So können wir ziemlich genau abschätzen, wie stark die Ernte betroffen sein wird“, erklärt Everson Zin, Fungizidmanager bei Bayer in Brasilien. Die dreieckigen Fallen aus Plastik oder Holz sind mit Klebstoff bestrichen, an dem die Motten haften bleiben. Jede Falle lässt sich zudem mit Pheromonen präparieren, die jeweils bestimmte Raupenarten anlocken. So werden gezielt Arten geködert, die bereits Schäden verursacht haben. Die einzelnen Tiere und die Produkte zu ihrer Bekämpfung lassen sich so leichter bestimmen.

Integrierte Schädlingsbekämpfung wird immer wichtiger.

Joaquim Mariano Costa, COAMO-Kooperative

Link

Joaquim Mariano Costa arbeitet für die COAMO-Kooperative im Süden Brasiliens. Diese organisiert regelmäßige Praxistage, die die Landwirte über effektive Schädlingsbekämpfung informiert.

Meterhohe Raupen

Der Baumwollkapselwurm verursacht auf Brasiliens Äckern jährlich Schäden von schätzungsweise fünf Milliarden US-Dollar. Das liegt auch an seiner enormen Fortpflanzungsrate: Während seines Lebens kann das Weibchen bis zu sechsmal etwa 1.500 Eier ablegen. Im Larvenstadium messen die gefräßigen Raupen bis zu vier Zentimeter. Aneinandergereiht ergäbe das eine 360 Meter hohe Raupenkette, die damit fast an die Höhe des Empire State Building heranreicht. Quelle: Bayer Contra Lagartas; Julius Kühn-Institut Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Zin zufolge sind derzeit 5.200 solcher Schädlingsfallen auf 1.300 Kontrollstationen in ganz Brasilien verteilt. Der Schwerpunkt liegt auf Regionen, die von der Raupenplage stark bedroht sind: Dazu gehören die Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Paraná, Minas Gerais, Mato Grosso do Sul, Mato Grosso, Goiás und Bahia. Der Produktmanager erklärt, dass in den vergangenen Monaten neben der Baumwoll-Kapseleule auch weitere Raupenarten vermehrt auftraten. „Das Hauptziel unseres Projekts ist es, ein Datennetz aufzubauen. Es soll den Farmern helfen, sich besser auszutauschen, wenn sie Entscheidungen zur Kontrolle der Schädlinge treffen“, so Zin. ­Darüber hinaus unterstützt Bayer Contra Lagartas die Betriebe auch dabei, ihre Produktivität zu steigern – beispielsweise durch den effizienteren Einsatz von Ressourcen und die Vermittlung guter landwirtschaftlicher Praktiken.

Informationsaustausch

„Die Schädlingsfallen ermöglichen einen hervorragenden Informationsaustausch zwischen den Landwirten und den Experten von Bayer“, fasst Zin zusammen. Farmer, die am Projekt teilnehmen und Schädlingsfallen erhalten möchten, können sich unter bayercontralagartas.com.br anmelden und dort wöchentlich aktuell über ihre Kulturen informieren. „Als nächsten Schritt möchten wir eine lokale und landesweite Berichterstattung zur Raupenbekämpfung für ganz Brasilien aufbauen“, sagt Zin.

Everson Zin, Experte für Pflanzenschutz bei Bayer in Brasilien, hilft mit innovativen Beobachtungsprogrammen, den Schädlingsbefall zu reduzieren.

Das Hauptziel unseres Projekts ist es, ein Datennetz aufzubauen.

Everson Zin, Experte für Pflanzenschutz bei Bayer in Brasilien, hilft mit innovativen Beobachtungsprogrammen, den Schädlingsbefall zu reduzieren.

Zweifelsfrei beim ersten Versuch

Der richtige Zeitpunkt spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um die Behandlung von Pilzkrankheiten bei Sojapflanzen geht. Um das sicherzustellen, hat Bayer do Brazil ein weiteres Projekt gestartet: „De Primeira, Sem Dúvida“, was so viel heißt wie „Zweifelsfrei beim ersten Versuch“. Dabei werden Sojafelder in Echtzeit beobachtet – und Kameras in den fünf größten Soja-Anbaugebieten des Landes aufgestellt. Renommierte Pflanzenpathologen prüfen die Videos direkt und geben den Farmern sofort Statusinformationen zu ihren Kulturen. Jedes Sojagebiet wird dazu in zwei gleich große Bereiche unterteilt. Eines erhält die korrekte Fungizidbehandlung – beispielsweise zur Bekämpfung von Sojabohnenrost. Im zweiten Teilgebiet sind Kontrollfelder, die später behandelt werden. Eine weitere Projektkomponente ist ein Algorithmus: Damit lässt sich das Risiko eines Krankheitsbefalls vorhersagen. Mit diesem kombinierten Ansatz kann Bayer den Sojafarmern helfen, den bestmöglichen Zeitpunkt für die Fungizidbehandlung zu bestimmen.

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