Landwirtschaft in Australien
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Australiens
Herzblut
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Landwirtschaft in Australien - Australiens Herzblut
Landwirtschaft in Australien - Australiens Herzblut
Der fünfte Kontinent ist berühmt für seine Kängurus und Koalas. Doch Australien hat einiges mehr zu bieten: einen breit gefächerten Agrarsektor und die Qualitätsprodukte, die daraus hervorgehen. Trotz der Herausforderungen, vor denen die Landwirtschaft steht, hat Australien bei zahlreichen Premiumprodukten gute Aussichten auf einen globalen Spitzenplatz.

Sanft und golden gleiten die Strahlen der aufgehenden Sonne über das friedliche Weingut des Barossa Valley im südlichen Teil des Bundesstaats South Australia. Weinliebhaber rund um den Globus haben ihre Freude an den Aromen der Weine aus diesem berühmten Anbaugebiet. Stephen Schiller, Winzer in fünfter Generation, lebt in Tanunda im Barossa Valley und weiß genau, warum die Weine aus dieser Region so vorzüglich sind: „Die Winter sind feucht und im Sommer ist es sonnig und heiß. Bei diesen Temperaturen entwickeln sich unsere Trauben sehr gut und entfalten unvergleichliche Aromen, die bei vielen Weinkennern sehr beliebt sind.“ Schiller gehört zu den Nachfahren deutscher Siedler, die im 19. Jahrhundert die ersten Reben in diesem Gebiet anpflanzten. Auf 47 Hektar baut er drei Rebsorten an, die zu zwei Rotweinen und einem Weißwein verarbeitet werden: Shiraz, Cabernet Sauvignon und Chardonnay.

Profitable rote Trauben

Die australischen Landwirte betreiben ihr Metier mit Herzblut. Trotz großer Herausforderungen wie Dürren und Bodenzerstörung sind die Bauern in Australien belastbare und einfallsreiche Unternehmer, die Spitzenprodukte herstellen.
Die australischen Landwirte betreiben ihr Metier mit Herzblut. Trotz großer Herausforderungen wie Dürren und Bodenzerstörung sind die Bauern in Australien belastbare und einfallsreiche Unternehmer, die Spitzenprodukte herstellen.
Die australischen Landwirte betreiben ihr Metier mit Herzblut. Trotz großer Herausforderungen wie Dürren und Bodenzerstörung sind die Bauern in Australien belastbare und einfallsreiche Unternehmer, die Spitzenprodukte herstellen.

„Vor 20 Jahren haben die Winzer hier zur Hälfte rote und zur Hälfte weiße Trauben angebaut. Im Moment rechnen sich rote Trauben aber besser“, erklärt Schiller. Australische Weine sind ein Exportschlager – zwei Drittel der gesamten Produktion des Landes werden in alle Welt verkauft. Die Chinesen haben den Wein aus Down Under offenbar besonders in ihr Herz geschlossen: Zwischen 2006 und 2011 hat sich der Wert der australischen Weinexporte nach China verachtfacht. Trotzdem macht den australischen Winzern die Konkurrenz aus der ganzen Welt – vor allem aus Südeuropa und Chile – zu schaffen. Darum steckt Schiller viel Arbeit und Aufwand in die Bewirtschaftung seines Weinguts, um das Qualitätsniveau hochzuhalten und Australiens Ruf als Weinland langfristig zu festigen: „Mit dem Wachstumsstart der Reben im Frühjahr beginnen wir mit der Behandlung von Pilzkrankheiten und Unkräutern, um die Weinstöcke gesund zu halten. Die harte Arbeit zahlt sich im Sommer aus, wenn die Trauben zur erstrebten Spitzenqualität heranreifen.“ Beim Einkauf seiner Pflanzenschutzmittel vertraut Schiller besonders auf namhafte Hersteller wie Bayer: „Das Geld, das ich dafür ausgebe, fließt in die Forschung und die Entwicklung neuer Produkte. Außerdem sind die Mitarbeiter von Bayer äußerst serviceorientiert und offen für meine Anliegen: Auf alle Fragen, die ich zu Bayer-Produkten habe, bekomme ich die notwendigen Informationen.“

Ed Fagan, Leiter eines Agrarbetriebs in New South Wales

Hungersnöte hat es bei uns schon sehr lange nicht mehr gegeben. Wir sollten uns daran aber immer wieder erinnern und den Respekt vor der Herkunft unserer Nahrungsmittel bewahren.

Ed Fagan, Leiter eines Agrarbetriebs in New South Wales

Weinproduktion 2013

In Australien werden seit 200 Jahren Weintrauben angebaut. 2013 wurden weltweit 27 Millionen Tonnen geerntet – mehr als fünf Prozent davon in Down Under und den Ländern Ozeaniens. Die meisten Trauben werden in Europa angebaut. Von dort stammen 57 Prozent der gesamten Weltproduktion.

Vielseitige Landwirtschaft

Außer Wein bringt Australiens vielfältiger Agrarsektor noch viele andere Qualitätsprodukte hervor – von der Weizenregion an der Westküste bis zu den Obst- und Gemüseanbaugebieten im Osten des Landes. Australiens größtes Plus ist seine Biosicherheit. Der Kontinent hat wenig mit Luftverschmutzung zu kämpfen, ist dank seiner Insellage geografisch isoliert und bietet viel Platz. „Diese Vorteile haben Aus­tralien zu einer der besten Anbauregionen für hochwertige Nutzpflanzen gemacht“, erläutert Tobias Marchand, Landesleiter von Bayer in Australien. Wie sehr sich diese Qualität auszahlt, lässt sich daran ablesen, dass Australien heute 63 Prozent seiner landwirtschaftlichen Erzeugnisse exportiert. Dabei profitiert der fünfte Kontinent besonders von der wachsenden Mittelschicht asiatischer Länder, die Qualitätsprodukte und gesunde Lebensmittel klar bevorzugt: „Australien ist in der Lage, die Getreideerzeugnisse anzubauen und zu exportieren, die diese Märkte verlangen. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, dürften sich die landwirtschaftliche Produktion und die Agrarausfuhren in den kommenden 20 Jahren verdoppeln“, sagt Marchand voraus. Ein weiterer florierender Zweig der australischen Agrarwirtschaft ist der Baumwollanbau: „Wir erzielen von allen Ländern, in denen Baumwolle angebaut wird, die höchsten Erträge in gleichbleibend hoher Qualität“, so Robert Dugdale, Geschäftsführer von Cotton Growers Services, einer Product-Stewardship-Organisation, die Produkte von Bayer vertreibt.

Australien ist der trockenste Kontinent. Deshalb ist die Wassermenge, die uns für die Bewässerung zur Verfügung steht, ein entscheidender Faktor.

Robert Dugdale, Geschäftsführer von Cotton Growers Services, Australien
63%

der australischen Agrarerzeugnisse werden exportiert.

Hochwertige Baumwolle

Australien erntet fast dreimal so viel Baumwolle wie der globale Durchschnitt und verkauft als drittgrößter Exporteur der Welt 99 Prozent der Fasern ins Ausland – davon allein 68 Prozent nach China. „Dort wird unsere Baumwolle zu Hemden von höchster Qualität verarbeitet. Viele davon werden wieder zu uns oder nach Europa geliefert“, so Dugdale weiter. Ein Grund für den Erfolg ist der rege Austausch zwischen den Baumwollanbauern: „Sie sprechen intensiv miteinander und halten fest zusammen. Über ihre Regionalverbände geben die Erzeuger ihre Kenntnisse und Informationen untereinander weiter“, berichtet Dugdale. Zu den meistdiskutierten Themen gehört der Einsatz innovativer Methoden zur Analyse der Baumwollfelder, zum Beispiel neuer Technologien zur Messung der Pflanzentemperatur und für eine effektive Bewässerungsplanung. „Australien ist der trockenste Kontinent der Erde. Die zur Verfügung stehende Wassermenge ist der begrenzende Faktor für den Anbau“, erklärt Dugdale.

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Viele Nutzpflanzen werden in Australien bewässert, denn Regen fällt nur selten und unregelmäßig.
Viele Nutzpflanzen werden in Australien bewässert, denn Regen fällt nur selten und unregelmäßig.
Viele Nutzpflanzen werden in Australien bewässert, denn Regen fällt nur selten und unregelmäßig. Die Folge sind häufige Dürreperioden und Bodenprobleme. Dank neuer Technologien können die Land­wirte die Bewässer­ung effektiver gestalten.

80 bis 90 Prozent aller australischen Baumwollpflanzen werden künstlich bewässert, denn es regnet in Australien selten und unregelmäßig. Die Folge sind häufige Dürreperioden und Bodenprobleme. „Unbeständige Wetterlagen sind die Hauptprobleme, mit denen die australische Landwirtschaft zu kämpfen hat. Mitunter regnet es zwei Monate lang nicht; dann wieder kommt es zu Überschwemmungen. Das ist eine große Belastung für die Landwirte, denn sie können dadurch finanziell in Bedrängnis geraten“, so Marchand, und er fügt hinzu: „Wir bei Bayer sind überzeugt, dass unsere technologische und wirtschaftliche Kompetenz es uns ermöglicht, mit Züchtern und Partnern zusammenzuarbeiten und Pflanzensorten zu züchten, die sich unter den speziellen Umweltbedingungen als besonders krankheitsresistent, ertragreich und stress­tolerant erweisen.“ Australiens Landwirte sind jedoch belastbar und nicht um gute Ideen verlegen. So setzt zum Beispiel Gemüsebauer Ed Fagan aus Cowra in New South Wales eine neue Anbautechnik ein, um Wasser so effizient wie möglich zu nutzen: „Um Wasser zu sparen, bauen wir möglichst viel in den gemäßigten und kühlen Jahreszeiten an.“

Angesichts der Herausforderungen, denen sich die australischen Landwirte ausgesetzt sehen, vermissen manche von ihnen die öffentliche Wertschätzung ihrer Mühen: „Heute vergessen mehr und mehr Menschen, wie wichtig die Landwirtschaft ist. Hungersnöte hat es bei uns schon lange nicht mehr gegeben. Wir sollten uns aber immer wieder daran erinnern und den Respekt vor der Herkunft unserer Nahrungsmittel bewahren“, meint Fagan.

Der Landwirtschaft verschrieben

Landwirt Andrew Broad ist zugleich Abgeordneter im australischen Parlament und er hat den Eindruck, dass Lebensmittelerzeuger und Bevölkerung zunehmend in getrennten Welten leben: „Unsere Städte erwarten viel von unseren Landwirten und konfrontieren unseren Agrarsektor mit hohen Kosten und Erwartungen, zum Beispiel in Sachen Umwelt- oder Tierschutz. Allerdings sind sie nicht bereit, mehr zu zahlen.“ Obwohl es in Australien 130.000 Landwirte gibt, sitzt im Parlament des Landes nur eine Handvoll Politiker mit landwirtschaftlichem Hintergrund. Dennoch fühlt Broad sich verpflichtet, durch seine politische Arbeit den Farmern das Wirtschaften zu erleichtern: „Wir müssen die bürokratische Belastung reduzieren. Es wird viel über die großartigen Chancen der Landwirtschaft geredet, aber bisher haben wir diesen enthusiastischen Worten noch keine Politik folgen lassen, mit der wir das auch umsetzen können.“

Andrew Broad
Andrew Broad
Als Landwirt und Abgeordneter des australischen Parlaments will Andrew Broad den Bauern das Wirtschaften erleichtern.

Die fünf wichtigsten Agrarerzeugnisse in Australien 2013
(in Millionen Tonnen)

Australiens vielfältige Agrarwirtschaft liefert Qualitätsprodukte. Ihre hochwertigen Erzeugnisse sind sehr gefragt bei der wohlhabenden Mittelschicht in den asiatischen Ländern, die Wert auf gesunde Lebensmittel legt.

Mit unermüdlichem Einsatz haben die Landwirte erreicht, dass der fünfte Kontinent heute viele hochwertige Produkte in alle Welt liefert und sich der Agrarsektor zu einem Lebensnerv Australiens entwickeln konnte. Anstatt sich in ihr Schicksal zu ergeben, meistern die Landwirte ihre täglichen Herausforderungen durch gegenseitigen Austausch und den Einsatz innovativer Methoden – und diese Leidenschaft ist ein Eckpfeiler der australischen Landwirtschaft. Oder um es mit den Worten von Tobias Marchand zu sagen: „Unsere Landwirte führen einen stetigen Kampf, um in der globalisierten Welt zu bestehen. Doch sie wachsen mit ihren Aufgaben, arbeiten effizient und sind offen für neue Technologien, mit denen sie ihre Erzeugnisse verbessern können.“

Interview: Zukunftsweisende Forschung

Bayer unterhält seit über zehn Jahren zahlreiche wissenschaftliche Partnerschaften mit der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO). John Manners, Direktor des Bereichs Landwirtschaft der CSIRO, berichtet über in Australien erzielte Forschungsergebnisse.

John Manners, Direktor des Bereichs Landwirtschaft der CSIRO
John Manners, Direktor des Bereichs Landwirtschaft der CSIRO

Welche Unterstützung bietet die CSIRO Landwirten?
Einer unserer Schwerpunkte ist die Züchtung von Nutzpflanzen; zudem sind wir im Rahmen der Zusammenarbeit mit Bayer auch in der Saatzucht tätig. Wir erzeugen verbessertes Keimgewebe, das wir an Zuchtunternehmen weitergeben, bevor die Varianten für Landwirte freigegeben werden. Mit Beratungsangeboten und Entscheidungshilfen unterstützt unsere Forschung die Landwirte in vielen Fragen rund um Anbau, Investitionen, Ernte und Märkte.

Welche Rolle spielt Australien für die Welternährung?
Die australische Lebensmittelproduktion ernährt rund 60 Millionen Menschen. Das ist zwar nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung, aber mit seiner Agrarwissenschaft und -technologie kann das Land viel bewirken, um die Nahrungsmittelerzeugung weltweit zu steigern.

Könnten Sie ein Beispiel für die Bedeutung der australischen Wissenschaft und Technologie nennen?
In den vergangenen Jahren hat Australien einige bedeutende Errungenschaften hervorgebracht: etwa salztolerante Weizen­sorten. Das ist ein Beispiel für unsere eigene Forschungsarbeit hier. Solange die Abholzung der Wälder anhält und der Grund­wasserspiegel weiter steigt, nimmt der Salzgehalt des Bodens zu – in Australien ist das ein großes Problem. Deshalb brauchen wir Pflanzen, die wenigstens einen niedrigen Salz­gehalt aushalten und trotzdem Getreidekörner hervorbringen.

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