Citrus-Greening-Krankheit

Eine Welt ohne
Orangensaft?

Citrus-Greening-Krankheit - Eine Welt ohne Orangensaft?
Citrus-Greening-Krankheit - Eine Welt ohne Orangensaft?
Die Zitruserzeuger in den USA stehen mit dem Rücken zur Wand: Eine Krankheit namens Citrus Greening bedroht die gesamte Branche. Lösungen kann man nur gemeinsam finden.
Zusammen mit Dennis Warkentin von Bayer prüft Zitruserzeuger David Evans (links) den Schaden an einem Hain in Florida.
Zusammen mit Dennis Warkentin von Bayer prüft Zitruserzeuger David Evans (links) den Schaden an einem Hain in Florida.
Zusammen mit Dennis Warkentin von Bayer prüft Zitruserzeuger David Evans (links) den Schaden an einem Hain in Florida. Ungefähr 90 Prozent der Orangenbäume in Florida sind von dieser Krankheit befallen.

„Diese kleinen Blattsauger sind schuld an der Katastrophe“, sagt David Evans und zeigt auf ein winziges Insekt, das mit bloßem Auge kaum zu erkennen ist. „Ein infizierter Blattfloh braucht nur ein einziges Mal an einem Orangen­baum zu saugen, und schon hat er die Citrus-Greening-Krankheit übertragen. Die Blätter werden gelb, und die Orangen bleiben grün. Drei bis fünf Jahre später ist der Baum tot.“ David Evans ist in der vierten Generation Zitrus­erzeuger. Für ihn und seine Kollegen geht es bei dieser Krankheit um alles: „Orangen sind für Florida, was der Wein für Mosel, Rhein oder Rhône bedeutet. Wir kämpfen für die Zukunft des Orangenstaates und für eine Tradition, mit der wir fest verwurzelt sind.“

Die Zukunft der Orangensaftindustrie steht auf dem Spiel.

David Evans, Zitruserzeuger, Florida
60%

Die Ernte hat sich in den letzten 10 Jahren um ca. 60 Prozent verringert.

Citrus Greening, auch Huanglongbing (Gelbe Drachenkrankheit) genannt, kommt ursprünglich aus China. Es ist eine bakterielle Krankheit, die vom asiatischen Zitrusblattfloh übertragen wird. Inzwischen hat die Krankheit alle wichtigen Erzeugerländer von Saftorangen erreicht – insbesondere die USA und Brasilien. „Der Schaden ist immens“, sagt David Evans: „In Florida sind fast 90 Prozent der Orangenbäume betroffen. Noch vor fünf oder sechs Jahren hatten wir in Florida eine Ernte von 240 Millionen Kisten voller Orangen. Heute sind es weniger als 100 Millionen.“

Huanglongbing oder „Gelbe Drachenkrankheit“ heißt die Seuche, auch bekannt unter dem Namen „Citrus Greening“. Sie trat zum ersten Mal in China auf und breitet sich seitdem auch in den beiden Hauptanbaugebieten für Orangen, Brasilien und Florida, aus. Ist ein Zitrushain befallen, werden die Früchte ungenießbar und die Bäume sterben innerhalb von drei bis fünf Jahren ab.

Der Tod infizierter Bäume lässt sich bislang nur verzögern, aber nicht verhindern, denn gegen Citrus Greening gibt es bis heute kein Mittel. Allerdings lassen sich die Blattflöhe bekämpfen, die die Krankheit übertragen. Gemeinsam mit Er­zeugerverbänden, Universitäten und der Saft­industrie konzentriert sich Bayer daher auf den Kampf gegen den winzigen Blattsauger. „Mit herkömmlichen Kontaktinsektiziden bekommt man das Problem nicht in den Griff“, erläutert Kai Wirtz, Bayer-Manager für den Obstanbau. „Die Blattflöhe sind hoch reproduktiv, und wenn auch nur einer die Insektizidbehandlung überlebt, reicht das, um den Teufelskreis neu zu starten. Wir brauchen systemische Insektizide wie MoventoTM* oder das neue SivantoTM*, um den Schädling dauerhaft zu bekämpfen.“ Sivanto™ wurde in den USA zugelassen und ist in Florida seit Anfang 2015 auf dem Markt. Weitere Registrierungen für Sivanto™ prime werden 2015 in Kanada, Mexico und Australien und ab 2016 in europäischen Ländern erwartet. Umfangreiche Feldversuche haben gezeigt, dass Sivanto™ einen hohen Sicherheitsstandard aufweist.

Citrus Greening

Seit dem Aufkommen der Pflanzenkrankheit "Citrus Greening" im Jahr 2005 hat die US-amerikanische Zitrusfrüchte-Industrie zu kämpfen: Die Ernte brach von 428 Kisten pro Morgen (ca. 0,25 Hektar) im Jahr 2004 auf 338 Kisten im Jahr 2014 ein. Währenddessen stiegen die Kosten pro Morgen um 110 Prozent und der Handelspreis für eine Kiste Orangen um 175 Prozent.

Quelle: U.S. Department of Agriculture (USDA)

Entsprechend der Gebrauchsanweisung eingesetzt, hat Sivanto™ keine Auswirkungen auf die Entwicklung von Honigbienenvölkern. Außerdem unterstützt Bayer die Produktion und Verbreitung von Nützlingen gegen Blattflöhe. „Dieses Jahr werden wir den Nützling Tamarixia radiata zunächst in verlassenen und nicht kommerziellen Orangenhainen ausbringen, um diesen bedeutenden Herd für Neuinfektionen zu beseitigen“, so Kai Wirtz. Derzeit arbeiten Bayer-Forscher in Monheim auch an vielversprechenden Ködern, um Fallen zu entwickeln, die das Monitoring der Schädlinge verbessern oder als Schutzmantel um die Plantagen gelegt werden können. Bayer wird zudem mit dem Betrieb von Modellfarmen in Florida, Mexiko und Costa Rica starten, um umfassende Lösungen zur Kontrolle der Blattflöhe zu entwickeln. 

David Evans ist angesichts dieses Engagements entschlossen weiterzumachen: „Landwirte sind von Natur aus optimistisch, hartnäckig und erfinderisch. Wir werden bleiben und kämpfen. Unser Ziel ist es, in Florida wieder 240 Millionen Kisten pro Jahr zu produzieren. Partnerschaften mit forschenden Unternehmen wie Bayer werden uns dabei helfen.“ Es sieht ganz so aus, als müssten wir uns doch keine Welt ohne Orangensaft vorstellen. 

*Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.

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Von Sonnenblumen und Bohnenfeldern