Gewinner der Landwirtschaft

Erfolgsgeschichte
in Gelb

Kanadas Landwirtschaft floriert: Das Land ist offen für digitale Unterstützung bei Anbau und Züchtung, managt Probleme und profitiert von Raps-Erträgen.
Kanadas Landwirtschaft floriert: Das Land ist offen für digitale Unterstützung bei Anbau und Züchtung, managt Probleme und profitiert von Raps-Erträgen.
Kanadas Landwirtschaft floriert: Das Land zeigt sich offen für digitale Technik, managt Probleme mit frischen Ideen und profitiert von Erträgen wichtiger Nutzpflanzen wie Raps.

Einsame Wälder, kristallklare Seen und pulsierende Großstädte mit internationalem Flair – Kanada bietet vielfältige Attraktionen, die unser Bild von dem nordamerikanischen Land prägen. Weniger bekannt ist dagegen sein immenser landwirtschaftlicher Erfolg: So trägt Kanadas Agrarsektor 76 Milliarden US-Dollar zum Bruttoinlandsprodukt der Nation bei. Das Land ist fünftgrößter Exporteur landwirtschaftlicher Güter weltweit.

Gelbe Blütenpracht: Raps gehört zu den wichtigsten Wirtschaftsmotoren Kanadas.

Worauf beruht dieser Erfolg? Ein Schlüsselfaktor dafür ist der Raps. Die kanadische Raps-Organisation Canola Council of Canada veröffentlichte 2017 eine Studie, nach der die gelb blühende Pflanze der kanadischen Wirtschaft jedes Jahr etwa 19,4 Milliarden US-Dollar einbringt und rund 250.000 Arbeitsplätze schafft mit Gehältern im Umfang von insgesamt 8,2 Milliarden US-Dollar. „Raps ist eine äußerst lukrative Kultur in Kanada. Sehr wichtig sind die internationalen Märkte, da wir 90 Prozent der Erträge Westkanadas exportieren“, erklärt Curtis Rempel, Vizepräsident des Canola Council of Canada.

Um diese Leistungen dauerhaft erbringen zu können, bekämpfen Landwirte Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter, die die kanadischen Rapsbestände gefährden. Der Rapserdfloh beispielsweise ist ein kleines Insekt, das die Oberfläche von Blättern, Stängeln und Blütenblättern frisst. Der Schädling bescherte den Landwirten in der Vergangenheit jährlich Verluste von durchschnittlich rund 170 Millionen US Dollar. „Daher sind ganzheitliche Anbaustrategien so wichtig, um Ertrag und Rentabilität des Rapsanbaus zu erhalten. Ein Beispiel dafür ist die insektizide Saatgutbehandlung“, erläutert Rempel. Landwirte begegnen Problemen wie Krankheits- und Schädlingsbefall oder der Ausbreitung von Unkräutern mit verschiedenen Strategien. Sie nutzen Hightech-Anbaumethoden, wenden eine ausgewogene Fruchtfolge an, setzen Pflanzenschutzprodukte alternierend ein, um Resistenzen zu vermeiden, und greifen auf moderne Züchtungsmethoden zurück. „Für eine nachhaltige Rapsproduktion ist es entscheidend, Gene für Krankheitsresistenzen zu erhalten“, führt Rempel aus.

Bayer kennt den Bedarf der Landwirte an leistungsstarken Pflanzen. Deshalb forscht Bayer in einer Forschungsstation in Saskatoon in der kanadischen Provinz Saskatchewan an Rapshybriden.

Kanadische Orte mit der höchsten Rapsproduktion
Kanadische Orte mit der höchsten Rapsproduktion
In den Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba, die im Südwesten Kanadas liegen, ist die Produktionsrate von Raps die höchste des Landes.
Quelle: Canola Council of Canada
91%

Rapsbauern bräuchten eine Fläche in der Größenordnung von 14 Millionen Fußballfeldern, um genauso viel Raps anzubauen wie ohne Biotech-Pflanzen – das entspricht einem Bedarf von 91 % zusätzlicher Landfläche.

Quelle: CropLife Kanada

Starke Hybridpflanzen

Hybride Rapssorten übertreffen in ihren Eigenschaften beide Elternpflanzen. Die Züchter in Saskatoon wollen vor allem die Ertragsfähigkeit der Pflanzen steigern, sie arbeiten jedoch auch an Eigenschaften, um die Krankheitsresistenz zu verbessern.

In der Forschungsstation in Saskatoon werden hybride Rapspflanzen in kontrollierten Bestäubungszelten gezüchtet. Vor einem dieser zwei Meter hohen, transparenten Zelte, aus deren Inneren die gelben Blüten hervorleuchten, steht Owen Black, Leiter der landwirtschaftlichen Züchtungsforschung. Als er das Zelt öffnet, erfüllt ein lautes Summen die Luft. „Die Fliegen und Bienen im Zelt transportieren den Pollen von den männlichen zu den weiblichen Rapspflanzen. So werden die Pflanzen gekreuzt. Aus der Kreuzung entstehen neue, hybride Samen, die wir in unseren etablierten Tests auf Ertragsfähigkeit und Belastbarkeit analysieren.“ Neue Hybridsamen, die diese Tests bestehen, werden in der Regel zu Rapspflanzen herangezogen.

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Kolton Brown, Landwirt aus Nanton, Alberta, im Südwesten Kanadas hat gute Erfahrungen mit Hybridraps gemacht. „Bei hybriden Rapssorten kann ich die Ernte später einholen, ohne das Risiko einzugehen, dass die Schoten vorzeitig platzen“, sagt Brown. Dadurch können die Samen länger reifen. Das Ergebnis sind vollere Schoten mit größeren Samen – und folglich ein höherer Ertrag.

250.000

Kanadischer Raps schafft rund 250.000 Jobs in Kanada.

Quelle: Canola Council of Canada

Neben der Züchtung neuer Rapssorten sieht Brown auch in neuen Technologien eine enorme Unterstützung für kanadische Landwirte: „Landwirtschaft ist eine sehr innovative Industrie. Ständig liest man von neuen Geräten, die Landwirte in Betrieb nehmen. Wir nutzen die GPS-Steuerung. Viele Landwirte verwenden Drohnen, Satellitenaufnahmen und Instrumente zur Bewertung von Bodenproben.“ Doch die Methoden der digitalen Landwirtschaft ließen sich nicht immer problemlos in die Arbeitsabläufe des Betriebs integrieren, fügt Brown hinzu. „Manche neuen Entwicklungen sind für den Farmalltag untauglich. Es ist Aufgabe der Erfinder, Technologien so effizient zu gestalten, dass wir die Produkte auch wirklich nutzen können.“

Digitale Landwirtschaft

Bayer Kanada unterstützt die Landwirte bei der Einrichtung neuer digitaler Technologien. Damit die Hightech-Anwendungen reibungslos funktionieren, testet Bayer sie auch gemeinsam mit den Farmern. Chris Paterson, Leiter Digital Farming bei Bayer in Kanada, ist zuversichtlich. „Wir entwickeln eine breite Palette von Anwendungen, die den Landwirten Anbauentscheidungen erleichtern sollen. Tatsächlich können diese Instrumente der digitalen Landwirtschaft vieles optimieren: die Logistik, die Wirksamkeit der Produkte, die die Landwirte einsetzen, sowie die Erträge, die sie erzielen.“

Zum Beispiel entwickelt Bayer eine digitale Anwendung zur Verbesserung der Fungizid-Applikation in Raps. „Wir nutzen und verarbeiten dafür Informationen aus Wetterstationen, Wettermodellen und Satellitenbildern. Damit kann bestimmt werden, in welchen Feldarealen ein hohes oder niedriges Risiko für einen Pilzbefall besteht“, erläutert Paterson. Diese Informationen unterstützen die Landwirte, ihr Spritzgerät via Funk zu programmieren und nur gezielt bestimmte Teile der Felder zu behandeln. Dadurch gewinnen die Landwirte Zeit bei der Entscheidung, ob eine Fungizid-Behandlung notwendig ist. Je nach Befallsintensität sparen Landwirte dadurch Pflanzenschutzmittel.

Rapsexperte Curtis Rempel betont die Aufgeschlossenheit kanadischer Farmer neuen Technologien gegenüber. „Landwirte verwenden immer öfter umfangreiche Daten-, Analytik- und Präzisionstechnologien, um Erträge schneller und einfacher zu steigern.“ Die Vorteile seien offensichtlich, erklärt Rempel. „Diese Methoden schonen die Umwelt, denn Landwirte verwenden Dünger und Pflanzenschutzmittel gezielter. Auch kann die digitale Landwirtschaft Farmer entlasten, da sie ein effektiveres Zeit- und Ressourcenmanagement gewährleistet und damit Erträge, Rentabilität und Nachhaltigkeit verbessert.“

Rempel sieht die digitale Landwirtschaft als Schlüsselfaktor für die Zukunft kanadischer Landwirte. „Zukünftig wird der Agrarbereich immer mehr automatisiert werden. Unsere Farmer freuen sich auf diese Entwicklung. Sie werden fahrerlose Fahrzeuge einsetzen, die ihnen bei der Aussaat, dem Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln und bei der Ernte helfen.“

Die Zukunft sieht vielversprechend aus für Kanadas Landwirte – dank ihrer Offenheit für neue Entwicklungen der digitalen Landwirtschaft und neuer Züchtungen. Dennoch sehen Farmer wie Kolton Brown auch einige Herausforderungen: „Unsere größte Sorge ist die Expansion unseres Betriebes. Wir leben hier in einer begehrten Region und die Preise für Ackerland haben sich im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt. Es ist fast unmöglich, neues Land zu erwerben.“

Dr. Curtis Rempel, Vizepräsident der Canola Council of Canada

Landwirte wenden immer öfter umfangreiche Daten-, Analytik- und Präzisionstechnologien an.

Dr. Curtis Rempel, Vizepräsident der Canola Council of Canada

Mehr Transparenz

Auch bei der öffentlichen Wahrnehmung der kanadischen Landwirtschaft sieht Brown Verbesserungspotenzial. „Es gibt kaum eine Verbindung zwischen Landwirten und den Verbrauchern in den Städten, die noch nie auf einem Bauernhof waren“, sagt Brown. „Wie die meisten kanadischen Agrarbetriebe sind wir immer noch ein Familienbetrieb. Die Leute glauben, dass wir nur finanzielle Ziele im Blick haben und unnötig Pflanzenschutzmittel spritzen. Tatsächlich nutzen wir diese nur, wenn Schadorganismen unseren Pflanzen schaden.“ Um die öffentliche Wahrnehmung zu verbessern, setzt Brown auf die sozialen Medien: „Fast jeder Landwirt, den ich kenne, nutzt Twitter und Instagram. Wir erzählen unsere Geschichten, um Missverständnisse auszuräumen und die Verbraucher aufzuklären. Durch unser Engagement für nachhaltige Landwirtschaft wollen wir ihr Vertrauen gewinnen.“

Curtis Rempel ist zuversichtlich, dass die kanadischen Landwirte auf dem richtigen Weg sind. „Ich bin sehr stolz auf die Begeisterung, die die Rapsproduzenten ihrem Beruf und der Nahrungsmittelversorgung ihrer Gemeinden, Kanadas und der Welt entgegenbringen. Sie alle verbindet die Leidenschaft, hochwertige, gesunde und nahrhafte Nahrungsmittel auf nachhaltige Weise herzustellen.“

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