Integriertes Vegetations-Management

Natur und Technologie:
Eine schöne Partnerschaft

Integriertes Vegetations-Management – Natur und Technologie in Harmonie
Integriertes Vegetations-Management – Natur und Technologie in Harmonie
Wildpflanzen sind wichtig für die Artenvielfalt und bieten Bestäubern Lebensraum und Nahrung. Wenn Pflanzen unkontrolliert unter Stromleitungen oder entlang von Straßen und Schienen wachsen, können sie privates wie öffentliches Eigentum schädigen oder die Sicherheit gefährden. Das US-amerikanische Vegetations-Management-Team von Bayer hilft, einen Ausgleich zu finden.

Pinie, amerikanischer Amberbaum und Sprösslinge des Eschenahorns können in der Nähe von Energieleitungen viel Ärger bereiten – wenn sie nicht im Zaum gehalten werden. Manche dieser Bäume wachsen bis zu 20 Meter in die Höhe. Erreichen sie Stromleitungen, können sie Stromausfälle oder Feuer auslösen. Ihre wuchernden Wurzeln können die Infrastruktur schädigen, Gasleitungen zersetzen und das Fundament von Gebäuden untergraben. Überirdisch werden ganze Straßen von Pflanzen überwuchert. Die Experten unterstützen das Vegetations-Management, um die Umwelt ebenso schützen wie die Infrastruktur, die unser tägliches Leben leitet. Sie achten darauf, dass Pflanzen keine Schäden verursachen, die Menschen verletzen können.

Biene auf Blüte unter Stromeitung
Biene auf Blüte unter Stromeitung
Technologie und Natur: Diese Biene sammelt Nahrung von Blüten unter Stromleitungen.

Wildpflanzen sind Teil des ökologischen Gleichgewichts: Blühende Pflanzen – Sträucher, Büsche oder Wildblumen – bieten Nährstoffe und Raum zur Nahrungssuche für Bestäuber wie Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge und Motten, ebenso wie für viele andere Tiere. Ob natürlich gewachsen oder gepflanzt, diese Biotope bieten Tieren Unterschlupf und Platz zum Nisten und Brüten. Einfach mehr Pflanzen zu setzen, reicht aber nicht aus. Invasive Pflanzen, die nicht in der Region heimisch sind, können das Gleichgewicht verändern: „Viele Feldstudien zeigten, dass invasive Pflanzen innerhalb weniger Jahre den natürlichen Wettbewerb zwischen heimischen und nicht heimischen Arten in einer Region gewinnen können“, sagt David Spak von Bayer in Nord Carolina, USA. „Wir müssen invasive Pflanzen kontrollieren, um die Vielfalt heimischer Pflanzen ebenso zu schützen, wie die umliegende Infrastruktur.“ Das Team des Integrierten Vegetations-Managements (IVM) von Bayer bekämpft unerwünschte Unkräuter und Gestrüpp und fördert den natürlichen Lebensraum.

Wir müssen invasive Pflanzen kontrollieren, um die Vielfalt heimischer Pflanzen ebenso zu schützen wie die umliegende Infrastruktur.

David Spak, Stewardship und Development Manager im Bereich Environmental Science bei Bayer in North Carolina, USA

Laut Spak sind IVM-Strategien sehr komplex. „Unsere Arbeit hilft, verschiedene Landabschnitte auf privatem und öffentlichem Grund zu verbinden: Stromleitungen hängen über Straßen, öffentliche Gelände verlaufen neben Weiden und Höfen und bieten so grüne Verbindungen zu den Wohngebieten.“ Bei Bayer arbeitet Spak gemeinsam mit einem Team aus Regionalmanagern, die die Landwirte, Landbesitzer aus der Industrie und staatliche Behörden unterstützen. Gemeinsam versuchen sie, deren Land zu verwalten. Spak und sein Team sind auch für die Entwicklung innovativer und selektiver Pflanzenschutzprodukte verantwortlich, die auf nicht landwirtschaftlich genutzten Gebieten eingesetzt werden können – etwa an Straßen und Schienen, in Wäldern, auf Weiden und auf Industrieflächen.

3 Milliarden

Mithilfe zahlreicher Partner wie IVM Partners pflanzte Bayers Initiative Feed a Bee etwa drei Milliarden Blumen für Bienen.

Quelle: Bayer Bee Care Center USA, RTP

Ausreichend Nahrung und Lebensraum schaffen

Die Balance zwischen kontrollierter Vegetation und dem Schutz der Lebensräume für Bestäuber ist besonders wichtig: „Bestäuber spielen eine entscheidende Rolle im natürlichen Ökosystem. Jede Spezies benötigt eine bestimmte Vegetation für ihr Optimum an Nährstoffen und Lebensraum“, sagt Spak. Durch Kooperationen und Partnerschaften trägt Bayer dazu bei, Lebensräume für Bestäuber und Wildtiere auf öffentlichen Flächen in den USA zu erweitern und zu verbessern. „Herbizide sind ein wichtiger Aspekt des IVM. Mit ihrer Hilfe kontrollieren wir invasive Unkräuter und Gräser, die mit heimischen Pflanzen um Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Dies hilft auch Bestäubern und anderen Wildtieren.“

Rick Johnstone
Rick Johnstone
Rick Johnstone, Leiter von IVM Partners

Um den Einfluss dieser Methoden auf die Lebensräume der Bestäuber zu dokumentieren und zu verbessern, startete Bayer im Jahr 2015 eine Partnerschaft mit der gemeinnützigen Organisation „IVM Partners“, geleitet von Rick Johnstone. Dank einer engen Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor, Umweltschützern und staatlichen Behörden konnte „IVM Partners“ optimale Methoden der Landschaftspflege etablieren. Diese beruhen auf Ergebnissen wissenschaftlicher Studien, die Johnstone und ein Team von Biologen auf öffentlichen Flächen durchführen. Dies betrifft zum Beispiel Areale unter Strom- und über Gasleitungen oder Verkehrskorridore wie Autobahnen und Landstraßen. Die Forscher wenden dort unterschiedliche IVM-Methoden an, unter anderem Herbizide von Bayer, und zeichnen mögliche Veränderungen von Pflanzen- und Bestäuberpopulationen auf.

Die wiederhergestellten Lebensräume aus natürlicher Prärie, Feuchtgebieten und Wiesen lockten Unmengen an Vögeln, Schmetterlingen, Bienen und anderen Bestäubern an.

Rick Johnstone

Durch Tests in verschiedenen Ökosystemen ermittelte „IVM Partners“ kürzlich Daten vor, während und nach dem Einsatz dieser Produkte. Die kontinuierliche Auswertung bestätigte: Bei umsichtigem und angepasstem Einsatz zeigen Herbizide einen positiven Effekt. „Indem wir Bäume und invasive Unkräuter kontrollieren, kann die gewünschte, früh wachsende Vegetation aus den ruhenden Samen keimen“, sagt Johnstone. „Die wiederhergestellten Habitate aus natürlicher Prärie, Feuchtgebieten und Wiesen lockten Unmengen an Vögeln, Schmetterlingen, Bienen und anderen Bestäubern an. Dies dokumentierten Experten des US Fish & Wildlife Service, US Geological Survey und mehrere Universitäten.“

Einen konkreten Plan schmieden

Obwohl Pflanzenschutz ein wichtiger Aspekt des IVM ist, reicht der Ansatz laut Spak weit darüber hinaus: „Wir kombinieren alle Möglichkeiten der Vegetationskontrolle: Mechanische Maßnahmen beinhalten Schneiden und Mähen, während biologische und anbautechnische Methoden sich den Wettbewerb der Pflanzen untereinander, natürliche Herbizide und das Verhalten der Tiere zunutze machen. Künstliche, wie die von Bayer hergestellten Herbizide helfen unerwünschte Unkräuter zu kontrollieren“, erklärt Spak. „Manchmal ist weniger mehr.“ Ein Beispiel: weniger oder gar nicht mähen. Dadurch wird die CO2-Bilanz und somit der gesamte Einfluss auf die Umwelt gemindert. „Die Idee liegt darin, das richtige Werkzeug zur richtigen Zeit einzusetzen, um Böden mit möglichst geringem Einsatz nachhaltig zu pflegen“, sagt er. Das kommt der Umwelt zugute und senkt die Kosten.

Eine von Spaks größten Herausforderungen: „IVM ist sehr komplex. Es ist eine Strategie und folgt einem Plan“, erklärt er. „Mit IVM muss man langfristig über Ziele nachdenken, anstatt nur kurzfristige Verbesserungen durch situatives Handeln zu erreichen.“ Spak erinnert daran, dass viele Menschen „nur glauben, was sie selber sehen“. Darum nutzen er und sein Team die gesammelten Daten, um die Möglichkeiten von IVM-Methoden auf den jeweiligen Grundstücken vorzuführen. Dokumentation überzeugt viele Menschen, IVM-Methoden selber anzuwenden. Diese Entwicklung bedarf aber weiterer Forschung und Daten. „Je mehr wir durch unsere Studien lernen, desto überzeugender können wir werden“, ermutigt Spak.

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Blühender Erfolg

Mittlerweile brachte sein Team belegbare Erfolge hervor: Auf einigen Geländeabschnitten konnten sie unerwünschte Pflanzen kontrollieren, während sie heimische Pflanzen förderten – durch die richtige Methode zur richtigen Zeit. „In Zukunft wollen wir eine verlässliche Datenbank aufbauen, die die Vorteile von IVM verdeutlicht“, erklärt Spak. „Darin sammeln wir Daten über Pflanzenarten und deren Häufigkeit sowie die Zahl und Art der Bestäuber. Unser Ziel ist es, den Einfluss des IVM besser zu erfassen“, sagt Spak.

IVM Partners beurteilen Pflanzen – wie diese Diestel – aus der Sicht von Bestäubern, nicht etwa nach dem Geschmack der Menschen.

Ein weiteres Ziel von „IVM Partners“ ist die Entwicklung eines Index über den Wert von Bestäubern je Standort (pollinator site value index). Dieser misst den Nutzen der Nektar und Pollen spendenden Pflanzen. Die Bedeutung der Pflanzen wird dabei aus der Sicht der Bestäuber beurteilt, und nicht etwa nach der Attraktivität einer Blume für den Menschen. Die IVM-Methoden sollen Landbesitzern helfen, einen Ausgleich zu finden zwischen natürlicher Umwelt sowie sicheren und stabilen Gebäuden und Infrastrukturen. „Indem wir die Landnutzung für Bestäuber und andere Wildtiere optimieren, könnten Landwirte auch ihre Ernteerträge steigern“, sagt Spak. Die auf öffentlichen Flächen erforschten IVM-Methoden können auch auf erhaltenswerten Arealen nahe landwirtschaftlicher Nutzflächen zum Einsatz kommen. Diese Maßnahmen ziehen zum Beispiel Bienen, Schmetterlinge und andere nützliche Insekten an. Ohne große Aufmerksamkeit zu erregen, profitieren somit viele Menschen von der Arbeit derer, die versuchen, das Beste aus der Natur zu machen.

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