Sicherung der weltweiten Weizenproduktion

Unser täglich Brot

Getreide wie Weizen sind Hauptbestandteile von Brot und Brötchen und damit ein wichtiger Teil des täglichen Speiseplans vieler Menschen.
Getreide wie Weizen sind Hauptbestandteile von Brot und Brötchen und damit ein wichtiger Teil des täglichen Speiseplans vieler Menschen.
Weizen zählt zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Die Nachfrage steigt auch in Gegenden, in denen traditionell eher Reis oder Kartoffeln gegessen werden. Um den wachsenden Bedarf zu decken, brauchen wir Innovationen und integrierte Lösungen, mit denen sich die weltweite Produktion steigern lässt.

Französische Baguettes, italienische Panini, amerikanische Pancakes – sie alle enthalten vor allem eins: Weizen. Das Getreide steckt im Toast, das wir morgens essen, dem Sandwich, das wir uns in der Mittagspause holen und in unserem Sonntagskuchen. Weizen zählt besonders in Europa und Amerika zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Ohne ihn würden wir alle hungrig bleiben. Die weltweite Nachfrage nach Weizen steigt – und das hat nicht nur mit dem Bevölkerungswachstum zu tun.

Weizen und andere Getreidesorten werden daraufhin gezüchtet, sich durchzusetzen. Getreide wie Weizen sind Hauptbestandteile von Brot und Brötchen und damit ein wichtiger Teil des täglichen Speiseplans vieler Menschen. 

„Auf unserem Planeten leben nicht nur mehr Menschen. Auch die Tatsache, dass die Armut in einigen Teilen der Welt erfreulicherweise zurückgegangen ist, hat zu Änderungen der Ernährungsgewohnheiten und damit zur Entstehung neuer Märkte geführt. All das heißt, dass wir deutlich mehr Weizen als bisher erzeugen müssen“, erklärt Steve Patterson, Getreidemanager bei Bayer. Noch befinden sich die Produktion und die Nachfrage von Weizen im Gleichgewicht: Wir erzeugen genau so viel, wie wir verbrauchen. In relativ jungen Industrienationen wie China und Korea gewinnen westliche Nahrungsmittel jedoch zunehmend an Attraktivität. Prognosen zufolge könnte der Weizenpreis bis 2050 inflationsbereinigt um 40 bis 70 Prozent steigen. Ein derartig hoher Lebensmittelpreis dürfte den Menschen in vielen Teilen der Welt Probleme bereiten.

Mehr Weizen zu erzeugen ist keine einfache Aufgabe. Landwirte auf der ganzen Welt haben mit Schadorganismen und widrigen Wetterbedingungen zu kämpfen. Diese Probleme verschärfen sich, wenn man die Produktion pro Fläche zu steigern versucht. Experten warnen, dass Landwirte in Südasien bis 2050 geschätzte Ertragsverluste von 21 bis 34 Prozent erleiden könnten – Grund sind die steigenden Temperaturen. Auch in den eher traditionellen Weizenanbauländern der Nordhalbkugel kann es zu klimabedingten Problemen kommen. „Es hat in den vergangenen Jahren längere Trocken- und Regenperioden gegeben“, so Colin Woodward, Geschäftsführer eines Betriebs, der schon seit den 60er Jahren Weizen produziert. Jedes Jahr baut er auf ca. 350 Hektar seiner Farm Great Tew Estate in Mittelengland Winterweizen an. Viel mehr Weizen kann Woodward nicht mehr so einfach erzeugen: „Die Weizenerträge haben ein Niveau erreicht, das sich nicht ohne Weiteres steigern lässt. Dies liegt zum einen am ungünstigen Wettermuster, zum anderen an Schädlingen und Unkraut. Beispiele sind Schnecken, Septoria und Acker-Fuchsschwanzgras“, erklärt er.

Colin Woodward

Es hat in den vergangenen Jahren längere Trockenheits- und Regenperioden gegeben.

Colin Woodward leitet einen landwirtschaftlichen Betrieb in Mittelengland.
5.000

Von Weizen existieren so viele Sorten wie von keinem anderen Getreide. Gegenwärtig werden etwa 5.000 verschiedene Sorten Weichweizen angebaut.
Quelle: KEW 2013

In den feuchten Jahreszeiten können Nacktschnecken für Woodward zum echten Problem werden, vor allem dann, wenn vor dem Weizen Raps angebaut wurde. Um dieses Risiko zu verringern, pflanzt er jetzt nur noch alle fünf Jahre Raps an und verwendet Pflanzenschutzmittel. Pilzkrankheiten wie Septoria und Gelbrost sind dagegen schwerer zu bekämpfen, denn die Arten werden zunehmend aggressiver. Doch auch hier konnte Woodward auf Lösungen setzen, die Bayer für die Landwirtschaft entwickelt hat. So half ihm das Fungizid Aviator Xpro™, das Pilzproblem in den schweren Befalljahren 2012 und 2014 in den Griff zu bekommen. Heute baut er außerdem Weizensorten an, die weniger anfällig für Septoria sind. Das größte Problem in den vergangenen drei Jahren war jedoch das Acker-Fuchsschwanzgras: „Dieses Unkraut entwickelt Resistenzen gegen die meisten Herbizide mit Kontaktwirkung“, erklärt der Landwirt. „Also setzen wir auch auf Anbautechniken, zum Beispiel, indem wir die Felder besser entwässern und Frühjahrskulturen anpflanzen, bevor wir wieder Weizen aussäen. Was wirklich helfen würde, wären Herbizide, mit denen sich das widerstandsfähige Acker-Fuchsschwanzgras bekämpfen ließe.“

Antike Getreidesorten

Der Getreideanbau begann vor Tausenden von Jahren: Die ersten Gerste-Funde sind bereits 23.000 Jahren alt, die ersten Weizen-Funde etwa 10.000 Jahre. Es gibt Belege dafür, dass die Verbreitung von Hirse in der Region um das Schwarze Meer vor etwa 7.000 Jahren angefangen hat.

Quelle: wholegrainscouncil.org, pflanzenforschung.de

Schnelle Züchtung

Diese Beispiele bestätigen, was Patterson sagt: „Es gibt nicht die eine Lösung für die Probleme, mit denen wir es zu tun haben. Wir müssen vielmehr unterschiedliche Ansätze verbinden, um weltweit hohe Weizenerträge zu sichern und die Produktion zu steigern.“ Traditionelle Methoden wie Fruchtfolgen sind zwar sehr nützlich, können aber langfristig nur ein Teil der Lösung sein. Die Experten bei Bayer suchen daher nach neuen Lösungen, mit denen Landwirte ihre Erträge trotz Problemen wie Klima­änderung, Unkraut, Schädlingen und Krankheiten steigern können. Sie erforschen neue Herbizide und Fungizide, um das Problem von Resistenzen auszuhebeln. Andere Lösungen folgen einem ganz neuen Ansatz: „Zukünftige Pflanzenschutzmittel greifen Insekten und Krankheitserreger auf chemischer und biologischer Ebene an und bekämpfen sie auf verschiedene, einander ergänzende Weisen“, so Patterson. „Dabei läuft alles darauf hinaus, dass man sämtliche verfügbaren Methoden einsetzt und daraus integrierte Lösungen schafft.“

Bei der Bekämpfung von Unkraut, Pflanzenkrankheiten und Schädlingen wird man zukünftig nicht nur auf Pflanzenschutz und biologische Methoden setzen. Hier kommt das Pflanzenzucht-Team von Bayer ins Spiel: Bestimmte Pflanzeneigenschaften machen die Pflanze widerstandsfähiger gegen schädliche Umwelteinflüsse und Klimabedingungen wie Trockenheit oder große Hitze. Auch lassen sich Pflanzen auf höhere Ertragskraft und Toleranz gegenüber neuen Herbiziden züchten. In sieben Pflanzenzuchtstationen in einigen der wichtigsten Getreideanbauländern der Erde – Deutschland, Belgien, Frankreich, Ukraine, USA, Kanada und Australien – setzt Bayer eine breite Palette neuer Methoden ein, um Lösungen zu entwickeln, die auf die jeweiligen Bedürfnisse und klimatischen Bedingungen der verschiedenen Länder abgestimmt sind.

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„Früher, bei der traditionellen Pflanzenzucht, musste man die neue Saat zunächst einmal aussäen und warten, bis die Pflanzen wachsen“, erinnert sich Günter Welz, Weizenzuchtexperte bei Bayer in Deutschland. Damals hatten die Züchter ausschließlich ihren geschulten Blick, um am Aussehen der Pflanze ihre Eigenschaften zu erkennen. „Mit Hilfe von Genanalysen lassen sich heute nützliche Pflanzeneigenschaften frühzeitig feststellen, so dass der Züchtungsprozess beschleunigt wird“, so Welz. Anhand der Identifikation wichtiger Eigenschaften im Keimplasma können Sorten mit den gewünschten Eigenschaften entwickelt und für den jeweiligen Markt angepasst werden – egal wo auf der Welt sich dieser Markt befindet.

Integrierte Technologie

Bayer erforscht auch das Zukunftspotenzial von Weizenhybriden. Weizenhybride sind stressstabil und liefern auch und gerade in solchen Gegenden höhere Erträge, in denen zwischen Aussaat und Ernte besonders widrige Bedingungen herrschen. Sie sind darüber hinaus robuster als die herkömmlichen Sorten, so dass sie eine höhere Ertragsstabilität bieten. „Letztlich wird uns die Kombination dieser neuen Technologien mit bewährten landwirtschaftlichen Methoden dabei helfen, Erträge und Ertragsstabilität für Landwirte in aller Welt zu steigern“, so Patterson. Was wiederum bedeutet, dass die Menschen rund um die Erde genug Weizen haben werden und sich auch weiterhin Brötchen, Toast, Sandwiches und Kuchen leisten können.

Guenter Welz

Mit Hilfe von Genanalysen lassen sich nützliche Pflanzeneigenschaften frühzeitig erkennen, so dass der Zuchtprozess beschleunigt wird.

Günter Welz, Weizenzuchtexperte bei in Deutschland

Kultivierung des Weizens

Weizen wird auf allen Kontinenten angebaut – nur in der Antarktis nicht. Er wächst im Höhenbereich zwischen 260 Meter unter dem Meeresspiegel (Jordantal) und 4.000 Meter über dem Meeresspiegel (Tibetisches Hochland).

Quelle: Kew 2013

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